Juntos / Bî Hevra
Im Garten vor der Galerie im Körnerpark sind die Gäste eingeladen, sich in die Hochzeitsgesellschaft zu mischen und Geschichten, Lieder, Essen, Musik, Traumata, Wünsche, Zweifel und Getränke zu teilen.
Juntos / Bî Hevra erzählt in Fragmenten aus der Biografie von Mirah Laline, im brasilianischen Amazonas aufgewachsene Schauspielerin und Regisseurin, und dem kurdisch-syrischen Rapper und Schauspieler Lian Khalaf, sowie ihrem Sohn, der in Berlin geboren wurde. Es ist ein doku-fiktionaler Abend, der die Zuschauerschaft als Gäste der Hochzeitsfeier des Paares teilnehmen lässt, sie zu Zeug:innen und Akteur:innen des Festes und einer entstehenden Verbindung macht.
Begleitet wird die Hochzeitsgesellschaft von vier Musikern: dem Alabê, d.h. dem ranghöchsten rituellen Trommler, Joelson Menezes da Silva und dem Heval Trio, bestehend aus dem Buzuq Spieler Mêvan Younes, dem orientalischen Perkussionisten Hogir Göregen und dem Akkordeonspieler Mikail Yakut. Im Rhythmus brasilianischer und kurdisch-syrischer Lieder bewegt sich die Hochzeitsgesellschaft durch Geschichten der Vergangenheit bis in die Gegenwart, die von in Brasilien und Syrien verbliebenen Verwandten erzählen. Erinnerungen an Wahrnehmungen der Landschaft und Fragmente von Familien-Erzählungen werden greifbar. Es wird ein Netz aus Migrations- und Familiengeschichten gestrickt, was zu einem dichten Sprachteppich aus Portugiesisch, Arabisch, Kurdisch und Deutsch zusammenwächst. Geschichten, die die Figuren ausmachen und an die sie fest gebunden sind.
Das Geschichten-Erzählen wird als Ritual in seiner Kraft Gemeinschaft herzustellen und als identitätsstiftende Praxis greifbar, die sich an das Kind als impliziten Adressat richtet und diese nächste Generation mit ihren Wurzeln und familiären Bezügen über die Distanz hinweg vertraut macht. Erzählung wird zum Anker in der Brandung der Migration und Suche nach einem inneren Ankommen. Narrative Impulse entstehen aus den Geschenken, den Speisen und Rhythmen. Migrationserfahrungen und Erinnerungen, An- und Abwesende Akteur*innen bestimmen das Stück, das im Rhythmus der syrischen und brasilianischen Lieder fließt.
Juntos / Bî Hevra wurde vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur gefördert.
- Regie & Dramaturgie
- Mirah Laline, Sergio Etchichury, Uriara Maciel, Viviana M. Medina
- Regieassistenz
- Gilmara Guimarães
- Schauspiel & Text
- Fadi Waked, Mirah Laline, Viviana M. Medina, Lian Khalaf
- Tanz & Choreografie
- Fadi Waked
- Bühnenbild
- Andreina Vieira dos Santos & Zé de Paiva
- Kostüm
- Cíntia Rangel Martins
- Rindskopf / Boi Bumbá
- Alexandra Deutsch
- Produktionsleitung
- Marie-Therese Bruglacher
- Künstlerische Leitung
- Nadine Isabelle Henrich, Mirah Laline,Viviana M. Medina
- Öffentlichkeitsarbeit
- Nadine Isabelle Henrich
Brown Labels
BROWN LABELS is a Dance Theater Performance that explores the discourse of Colourism through music, poetry, dance and personal memories. In English, German, Portuguese & French with English subtitles.
Das Humboldt Experiment - Aufstieg zum Chimborazo
Kunst & Wissenschaft. Im Zentrum der sechsteiligen performativen Veranstaltungsreihe „Das Humboldt Experiment“ stehen das Leben und Werk Alexander von Humboldts. Die brasilianische Regisseurin Mirah Laline inszeniert Begegnungen zwischen Humboldt-Forscher*innen der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und zeitgenössischen Künstler*innen.
Humboldt Experiment - Über das System Sklaverei
Das Humboldt Experiment ist eine sechsteilige Veranstaltungsreihe der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss in Kooperation mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft.
Yomma