2015

Muttersprache.Mameloschn

DISZIPLIN Regie
JAHR 2015
ORT Goethe-Institut Porto Alegre

"Mirah Laline hat Muttersprache Mameloschn in der südbrasilianischen Metropole Porto Alegre ganz puristisch inszeniert. Auf der Bühne sind die notwendigsten Möbel, ansonsten konzentriert die brasilianische Erstaufführung sich auf Marianna Salzmanns Dialoge. Auf portugiesisch klingt das wie Musik."

Ein Frauenhaushalt: Großmutter, Mutter und Tochter. Die Autorin Sasha Marianna Salzmann, im sowjetischen Wolgograd geboren und in Deutschland aufgewachsen, webt in Muttersprache Mameloschn (Mameloschn bedeutet übrigens auf jiddisch Muttersprache) das Gespinst eines jüdischen Generationendreiecks. Die Frauen gehen sich mit brillanten Dialogen auf die Nerven. Großmutter Lin etwa hat in der DDR gelebt und will auch heute den Traum vom gelingenden Sozialismus nicht aufgeben. Für ihre Tochter Clara ist das kaum erträglich. Sie reagiert unwirsch und aggressiv auf die aus ihrer Sicht rosarote Verbrämung einer ehemaligen DDR mit antisemitischen Unterströmungen. Für Enkelin Rahel ist das ganz anders. Sie hört der Großmutter gerne zu und scheint zu spüren, dass die Ruhe der Großmutter im Festhalten an der Utopie liegt. Zu ihrer Mutter hat Rahel, wie könnte es anders sein, ein angespanntes Verhältnis. Die jüngste der Frauen will weg nach New York und es ist wie ein Befreiungsschlag, wenn Rahel in einem Nebensatz meint: Nein, sie werde in Brooklyn auf keinen Fall Ausschau nach einem jüdischen Mann halten. Mit Männern habe sie nicht so viel am Hut, mit Frauen schon eher.

In all diesen Erzählungen und Wortgefechten geht es um Fragen der Identität und Zugehörigkeit – zu einem Land, einer Religion, einer sexuellen Orientierung. Es geht um so etwas wie Heimat und wie man sie in einem fremden Land findet, oder auch nicht. Als das Stück 2012 am Deutschen Theater Berlin uraufgeführt wurde, spielten die Schauspielerinnen in einem mit Möbeln voll gepackten Wohnzimmer.

Gastspiel u.a. Festival Offene Welt am Pfalzbau Ludwigshafen.

PREISE

AÇORIANOS Theaterpreis Stück des Jahres Juri Auswahl.

10.° BRASKEM EM CENA Theaterpreis Beste Hauptdarstellerinnen für Mirna Spritzer

CREDITS
Regie
Mirah Laline
Schauspiel
Ida Celina, Mirna Spritzer, Philipe Philippen und Valquíria Cardoso
LIVE MUSIK
Philipe Philippsen
Regieassistenz
Julia Ludwig
KOSTÜME
Rô Cortinhas
BÜHNE
Rodrigo Shalako
LICHT
Ricardo Vivian
Produktionsleitung
Rodrigo Ruiz