Muttersprache.Mameloschn
"Mirah Laline hat Muttersprache Mameloschn in der südbrasilianischen Metropole Porto Alegre ganz puristisch inszeniert. Auf der Bühne sind die notwendigsten Möbel, ansonsten konzentriert die brasilianische Erstaufführung sich auf Marianna Salzmanns Dialoge. Auf portugiesisch klingt das wie Musik."
Ein Frauenhaushalt: Großmutter, Mutter und Tochter. Die Autorin Sasha Marianna Salzmann, im sowjetischen Wolgograd geboren und in Deutschland aufgewachsen, webt in Muttersprache Mameloschn (Mameloschn bedeutet übrigens auf jiddisch Muttersprache) das Gespinst eines jüdischen Generationendreiecks. Die Frauen gehen sich mit brillanten Dialogen auf die Nerven. Großmutter Lin etwa hat in der DDR gelebt und will auch heute den Traum vom gelingenden Sozialismus nicht aufgeben. Für ihre Tochter Clara ist das kaum erträglich. Sie reagiert unwirsch und aggressiv auf die aus ihrer Sicht rosarote Verbrämung einer ehemaligen DDR mit antisemitischen Unterströmungen. Für Enkelin Rahel ist das ganz anders. Sie hört der Großmutter gerne zu und scheint zu spüren, dass die Ruhe der Großmutter im Festhalten an der Utopie liegt. Zu ihrer Mutter hat Rahel, wie könnte es anders sein, ein angespanntes Verhältnis. Die jüngste der Frauen will weg nach New York und es ist wie ein Befreiungsschlag, wenn Rahel in einem Nebensatz meint: Nein, sie werde in Brooklyn auf keinen Fall Ausschau nach einem jüdischen Mann halten. Mit Männern habe sie nicht so viel am Hut, mit Frauen schon eher.
In all diesen Erzählungen und Wortgefechten geht es um Fragen der Identität und Zugehörigkeit – zu einem Land, einer Religion, einer sexuellen Orientierung. Es geht um so etwas wie Heimat und wie man sie in einem fremden Land findet, oder auch nicht. Als das Stück 2012 am Deutschen Theater Berlin uraufgeführt wurde, spielten die Schauspielerinnen in einem mit Möbeln voll gepackten Wohnzimmer.
Gastspiel u.a. Festival Offene Welt am Pfalzbau Ludwigshafen.
PREISE
AÇORIANOS Theaterpreis Stück des Jahres Juri Auswahl.
10.° BRASKEM EM CENA Theaterpreis Beste Hauptdarstellerinnen für Mirna Spritzer
- Regie
- Mirah Laline
- Schauspiel
- Ida Celina, Mirna Spritzer, Philipe Philippen und Valquíria Cardoso
- LIVE MUSIK
- Philipe Philippsen
- Regieassistenz
- Julia Ludwig
- KOSTÜME
- Rô Cortinhas
- BÜHNE
- Rodrigo Shalako
- LICHT
- Ricardo Vivian
- Produktionsleitung
- Rodrigo Ruiz
Brown Labels
BROWN LABELS is a Dance Theater Performance that explores the discourse of Colourism through music, poetry, dance and personal memories. In English, German, Portuguese & French with English subtitles.
Das Humboldt Experiment - Aufstieg zum Chimborazo
Kunst & Wissenschaft. Im Zentrum der sechsteiligen performativen Veranstaltungsreihe „Das Humboldt Experiment“ stehen das Leben und Werk Alexander von Humboldts. Die brasilianische Regisseurin Mirah Laline inszeniert Begegnungen zwischen Humboldt-Forscher*innen der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und zeitgenössischen Künstler*innen.
Humboldt Experiment - Über das System Sklaverei
Das Humboldt Experiment ist eine sechsteilige Veranstaltungsreihe der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss in Kooperation mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft.
Yomma